Freitag, 31. Juli 2015
Super League Spieltag Zwei: Rowby-John Rodriguez
Für Rowby-John Rodriguez war das vergangene Wochenende bei der Super League in Eisenstadt nicht das Beste. Neun Erfolge konnte er insgesamt erringen. Damit bleibt er zwar mit 22 Siegen auf der zweiten Position in der Tabelle, musste jedoch den Kroaten Zdravko Antunovic (24) vorbeiziehen lassen.

Auch spielerisch zeigte er nur selten das, was eigentlich möglich ist. Der 21-jährige hat allerdings eine gute Erklärung dafür. „Für mich ging es weniger um die Ergebnisse, als um ein gutes Training.“ Rodriguez weiter: „Am Samstag bin ich eigentlich gut gestartet, am Schluss war dann aber die Konstanz das Problem. Außerdem habe ich Kopfschmerzen bekommen, weil ich nichts getrunken hatte, was die Sache auch nicht leichter gemacht hat. Es war aber eine gute Erfahrung. Am Sonntag habe ich mich besser gefühlt und habe mit meinem Spiel ein Bisschen herumprobiert. Mal habe ich schneller geworfen, mal langsamer. Ich habe zwar fünf Spiele verloren, ich bin aber zufrieden, da ich zurzeit kaum trainiere und das Wochenende zum trainieren und ausprobieren genutzt habe.“

Der Samstag begann für die Nummer 52 der Welt mit einem lockeren 6:1 gegen Marjan Sket. Im ersten Leg brauchte er sieben Checkdarts, um in Führung zu gehen. Beim Gegner lief es beim Scoring sehr bescheiden, bevor er auch noch ein 70er Finish zum möglichen Break verpasste. Es folgte ein 12 Darter inklusive 136er Finish von Rodriguez, der danach auch noch das 3:0 machte. Hier konnte Sket 62 nicht zumachen. Als nächstes checkte „Little John“ 72 und lag damit schon mit zwei Breaks in Front. Anschließend warf er eine 180, konnte jedoch zwei Mal 65 nicht auswerfen und überwarf sich sogar beim ersten Mal. Die Folge war ein Rebreak. Sket scorte jedoch in den nächsten beiden Legs viel zu schwach und so holte sich Rodriguez ohne selbst noch zu überzeugen den Sieg.

Mit 6:3 bezwang er nach einer kurzen Pause den Slowenen Osman Kijamet. Im ersten Leg war Österreichs Nummer Zwei überhaupt noch nicht da, so dass der Gegner ungefährdet seinen Wurf halten konnte. Es folgte ein 17 Darter zum Ausgleich, bevor der Wiener in den nächsten zwei Legs zwar unter anderem eine 180 warf, aber auch insgesamt sechs Legdarts vergab. So ging Kijamet zunächst wieder in Führung und schaffte mit einem schönen 14 Darter sogar noch ein Break. Im nächsten Leg konnte sich der letzte der Tabelle jedoch nur 40 Rest stellen und Rodriguez finishte 70 zum Rebreak. In 18 Darts machte er den Ausgleich und warf gleich noch seine zweite 180. Anschließend gelang ihm zwar das Break zum 4:3, er brauchte allerdings elf Darts, um 91 auf null zu bringen. Nach seiner dritten 180 brachte ihm ein 122er Finish das 5:3 und zu guter Letzt checkte er auch noch 56 zum Match. Kijamet verpasste an dieser Stelle ein 72er Finish.

Im dritten Match des Tages folgte die beste Performance des Wochenendes vom Youngster. Er spielte einen 94er Average und rang einen ebenfalls gut auftretenden Boris Krcmar 6:5 nieder. Rodriguez begann mit zwei 14 Dartern und warf noch jeweils eine 180 dazu. Krcmar verpasste im zweiten Leg ein 105er Checkout. Anschließend patzte der Kroate auch bei 74 und kassierte aus seiner Sicht schon das 0:3. In 17 Darts gelang ihm sein erster Leggewinn, Rodriguez konterte aber mit der nächsten 180 und einem 11 Darter inklusive 88er Check. Ein 64er Finish brachte Krcmar wieder etwas heran, doch Rodriguez war gleich darauf schon mit dem nächsten Maximum und einem 13 Darter zur Stelle. Krcmar kämpfte sich mit einem 119er und einem 120er Finish aber wieder heran und nutzte schließlich nach seiner ersten 180 seinen vierten Legdart zum 5:5. In einem schwachen Entscheidungsleg konnte Rodriguez dann seinen Vorteil mit einem 59er Finish und dem zweiten Matchdart nutzen.

Eine passable Leistung bot der amtierende Jugend-Fizeweltmeister bei seinem 6:3 über Nandor Bezzeg. Nachdem er zunächst seinen Wurf gehalten hatte, checkte er 70 zu einem schnellen Break. Ein 64er Finish brachte Rodriguez das 3:0, ehe Bezzeg mit zwei 180ern und einem 15 Darter ins Spiel fand. Danach warfen beide eine 180 und Rodriguez verpasste ein 86er Finish. So konnte der Ungar in 15 Darts zurückbreaken, Rodriguez antwortete aber sofort mit der nächsten 180 und einem 110er Checkout zum neuerlichen Break. Nach einem 96er Finish führte er bereits 5:2, doch Bezzeg hielt sich mit einem 60er Checkout noch im Spiel. Dennoch konnte Rodriguez wenig später mit seinem zweiten 110er Finish den Schlusspunkt setzen.

Seine erste Niederlage musste der österreichische Hoffnungsträger im fünften Match des Tages einstecken. Mit 4:6 unterlag er gegen Robert Marijanovic. Der Kroate startete mit einem 15 Darter, konnte in den nächsten zwei Legs aber fünf Checkchancen nicht nutzen. So finishte Rodriguez zunächst 54 und breakte danach in 17 Darts. Es folgte Marijanovics erste 180, das Leg ging aber mit einem 15 Darter erneut an Rodriguez. Die nächsten beiden Legs holte sich begleitet von zwei weiteren 180ern allerdings Marijanovic zum 3:3. Mit einem 114er Finish setzte Rodriguez mal wieder ein Zeichen, Marijanovic hatte mit einem 14 Darter inklusive 72er Check aber die passende Antwort. Ein 17 Darter brachte den kroatischen WM-Teilnehmer wieder in Front, bevor er seinen neunten Matchdart verwertete. Rodriguez vergab fünf Darts zum möglichen 5:5.

Ein Spiel später folgte gegen Zoran Lerchbacher mit 3:6 gleich die nächste Pleite. Hier spielte Rodriguez einen Average, der nur knapp über 70 lag. Lerchbacher begann mit einem 16 Darter und checkte danach 101 zum 2:0. Im dritten Leg ließ der Steirer zwei Möglichkeiten aus und Rodriguez konnte verkürzen. Als nächstes machte „Little John“ mit einer 180 Druck, Lerchbacher machte aber 76 zum 3:1 zu. Mit seinem sechsten Legdart blieb Rodriguez auf Tuchfühlung und nutzte anschließend fünf verpasste Doppel des Gegners mit einem 80er Finish zum 3:3. Dann war es Rodriguez selbst, der vier Doppel nicht traf und „Zoki“ checkte 83 zum Break. Mit einer 180 und seinem fünften Legdart erhöhte Lerchbacher auf 5:3 und beendete die Partie mit seinem fünften Matchdart. Rodriguez bekam hier noch einmal vier Legdarts, brachte aber keinen davon im gewünschten Ziel unter.

Im zweiten Duell mit einem Landsmann verließ der zweite der Tabelle erneut als Verlierer das Board. Er konnte sich im Vergleich zur Begegnung davor nur leicht steigern und verlor 2:6 gegen Dietmar Burger. Mit zwei 17 Dartern gewann Rodriguez zwei der ersten drei Legs. Burger hatte zwischenzeitlich mit einem 80er Finish ausgeglichen und tat das wenig später erneut mit seinem siebten Legdart. Rodriguez traf seinerseits vier Mal das Doppel nicht und verpasste im nächsten Leg auch noch ein 101er Finish. Die Quittung war das Break für Burger, der seinen Vorsprung nachfolgend mit einem 130er und einem 86er Finish auf 5:2 in die Höhe schrauben konnte. Rodriguez versuchte es noch einmal mit einer 180, setzte jedoch vier weitere Legdarts daneben. So krallte sich Burger mit seinem dritten Matchdart den Erfolg.

Der Sonntag begann mit einer besseren Performance und einem 6:2 über Christian Kallinger. Nach einem unspektakulären ersten Leggewinn erzielte „Little John“ seine erste 180 und checkte 81 zum Break. Der vierte Legdart brachte im Anschluss das 3:0, ehe Kallinger mit einem 54er Finish ein Lebenszeichen sendete. Danach warf er sogar eine 180, verpasste allerdings 72 zum Rebreak und kassierte das 1:4. Es folgte jedoch gleich das nächste Maximum für den Wahlsteirer, der in 17 Darts noch einmal verkürzte. Danach übernahm aber Rodriguez wieder das Kommando und machte mit einem 56er und einem 57er Checkout inklusive 180 ein Ende. Kallinger hatte zum Schluss noch 57 für seinen dritten Leggewinn verpasst.

Einen Average unter 80 gab es danach gegen Michal Kocik, am Ende reichte es trotzdem zu einem 6:4 Triumph. Nach drei verpassten Doppeln im Auftaktleg geriet Österreichs Nummer Zwei zunächst in Rückstand. Nach dem Ausgleich verpasste der 21-jährige ein 74er Finish und es folgte das 1:2. Mit dem achten Legdart konnte Rodriguez wieder ausgleichen, bevor er seine sechste Breakchance zum 3:2 nutzte. Danach konnte er aber vier weitere Gelegenheiten nicht unterbringen und das sofortige Rebreak war da. Rodriguez konnte allerdings mit einem 76er und einem 90er Finish zum 5:3 noch einmal zulegen, ehe Kocik in 18 Darts noch einmal herankam. Ein 48er Finish brachte Rowby dann aber den sechsten Erfolg des Wochenendes.

Die vierte Niederlage ließ allerdings nicht lange auf sich warten. Gegen Michael Rasztovits hieß es nach einer starken Schlussphase beider Spieler 5:6. Dabei gelang Rodriguez gleich das Break, aber er konnte seine Chance zum 2:0 bei 74 Rest nicht nutzen und der Gegner war mit dem siebten Legdart erfolgreich. In 16 und 19 Darts holte sich Rasztovits eine 3:1 Führung, bevor es abenteuerlich wurde. Rodriguez scheiterte mit zehn Legdarts und Rasztovits machte mit seinem sechsten Versuch zum 4:1 zu. Nach seiner ersten 180 konnte Rodriguez mit einem 15 Darter verkürzen, wobei er dieses Mal fünf Checkdarts brauchte. Rasztovits konterte mit einer 180, verpasste aber ein 124er Finish. So checkte Rodriguez 74 und machte im Anschluss auch noch 58 zum 4:4 aus. Danach verfehlte er aber Tops für 120 und der Kontrahent stellte in 16 Darts auf 5:4. Mit einem eigenen 16er inklusive 180 erzwang Rodriguez ein finales Leg, konnte sich dort aber nur 77 stellen. Rasztovits brachte den Sieg mit einem sauberen 97er Checkout für einen 14 Darter ins Ziel.

Berauschend war die Leistung im anschließend insgesamt elften Spiel des Spieltages zwar nicht, aber am Ende sprang ein 6:3 gegen Zoltan Mester heraus. Mit dem vierten Legdart brachte sich Rodriguez in Führung und checkte nach einer 180 wenig später 55 und 95 zum 3:0. Mester hatte im ersten und dritten Leg jeweils einen Dart auf ein Doppel bekommen. Ein verpasstes 85er Finish des Österreichers verhinderte das 4:0 und Mester schnappte sich sein erstes Leg. Im fünften Leg verwarf der Ungar aber drei Pfeile, um zurück zu breaken und lag stattdessen 1:4 in Rückstand. Rodriguez breakte nach seiner zweiten 180 erneut, brachte im Folgenden aber vier Matchdarts nicht ins Ziel. Mester rettete sich zum 2:5 und durfte gleich darauf noch ein drittes Leg sein Eigen nennen. Ein 60er Finish sorgte allerdings für den Schlussstrich unter der Partie.

Gegen den neuen Tabellenführer Zdravko Antunovic spielte „Little John“ wieder deutlich besser, musste sich dank einer starken Performance des Gegners aber 1:6 geschlagen geben. Der start ging mit einem 100er Finish zum Break an Rodriguez, Antunovic kam mit einem 64er und einem 97er Check jedoch sofort zurück. Da half auch die erste 180 von Rodriguez nichts. Im vierten Leg bekam der Partner von Mensur Suljovic beim World Cup seine Chance bei 68 zum Ausgleich, strauchelte aber. Die Folge war das Break in 15 Darts. Nachdem beide ein Maximum geworfen hatten erhöhte Antunovic mit einem 14 Darter schon auf 4:1 und warf nachfolgend auch noch 92 zum nächsten Break aus. Der zweite Matchdart brachte dem Kroaten dann einen beeindruckenden Triumph.

Mit einem 6:2 über Tonci Restovic war Rodriguez wieder in der Erfolgsspur, bekleckerte sich leistungstechnisch aber auch nicht mit Ruhm. Begleitet von der ersten 180 ging der Wiener in Führung, scheiterte danach aber an der 112 für ein Break. Restovic schlug mit seinem sechsten Legdart zu, ehe Rodriguez 68 und 51 checkte und noch dazu eine 180 warf. Beide ließen jetzt ein Maximum folgen, bevor Restovic ebenfalls 112 verpasste. So zog Rodriguez in 16 Darts weiter davon, während der Kroate ein Leg später zumindest noch einmal seinen Wurf durchbringen konnte. Mit seinem zweiten 51er Checkout stellte Rodriguez auf 5:2, brauchte dann jedoch acht Darts, um das Match endgültig nach Hause zu bringen. Restovic hatte selbst auch sieben Doppel verfehlt.

Zum Abschluss gab es noch ein deutliches 6:1 gegen den dritten Ungarn im Bunde, Zsolt Mészaros. Dabei rutschte Rodriguez aber erstmals unter die 70er Marke beim Average, eine unschöne Randnotiz. Die ersten beiden Legs gingen an den Österreicher, der dafür insgesamt neun Legdarts verwenden musste. Mészaros verfehlte während dessen vier Doppel. Nach sechs weiteren verpassten Doppeln konnte der Außenseiter dann doch noch sein erstes Leg sichern. Anschließend bekam der Ungar vier Chancen zum 2:2, war aber wieder glücklos. So erhöhte Rodriguez auf 3:1, brauchte jedoch elf Darts, um 91 ins Ziel zu bringen. Weiter ging es mit den nächsten verpassten Gelegenheiten von Mészaros, dieses Mal waren es zwei. Rodriguez profitierte mit einem 17 Darter und breakte gleich darauf noch einmal zum 5:1. Mit seinem vierten Matchdart war der neunte Sieg des Wochenendes schließlich perfekt.

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